Angst und Abschreckung ist keine Perspektive

Magdeburg zeigt sich weltoffen

Der Magdeburger Domplatz, an diesem Abend zeitgleich Austragungsort zweier Demonstrationen, war von den Einsatzkräften der Polizei durch Absperrgitter in zwei Lager getrennt. Während sich die AfD gegen das „Politikversagen“ der Regierung richtete – „Das lassen wir uns nicht länger widerspruchslos bieten!“ hatten das Bündnis gegen Rechts Magdeburg & Blockmd ihrerseits zu einer „Kundgebung für ein weltoffenes Sachsen-Anhalt“ aufgerufen. Laut Angaben der Veranstalter standen an diesem Abend etwa 1000 AfDler einer doppelten Anzahl von Gegendemonstranten gegenüber.
Die Würde des Menschen ist unantastbar! – das machten die Redebeiträge der demokratischen Kräfte klar.
Wulf Gallert von den Linken sprach sich gegen Hass und Intoleranz aus.
„Die Flüchtlinge sind willkommen, weil sie keine Alternative haben. Wollen wir uns hinter Mauern und Stacheldraht verstecken? Eine Perspektive von Angst und Abschreckung ist keine Perspektive“, so Gallert.
Sören Herbst (Bündnis 90/ Die Grünen) sieht „die größte Herausforderung besteht darin, den Menschen die Ängste zu nehmen“ und „im Kampf gegen die Lügen, die die anderen verbreiten“.

Die rechtskonservative AfD wollte ihrerseits „ ein Zeichen gegen das Politkversagen und das wachsende Asyl-Chaos“ setzen. Mit ihrem Aufruf, in dem sie die Zukunft „unserer Kinder, unseres Volkes“ in Gefahr sieht, konnte die AfD etwa 1000 Anhänger mobilisieren, die unter anderem aus Thüringen und Sachsen angereist waren. Die AfD gibt sich seriös, während sie sich an Alltagsproblemen abarbeitet, deren Ursache sie im „Asyl-Chaos“ ausmacht. Flüchtlinge sind an allem schuld, was hier schief läuft.

Und so kam es, dass sich an diesem Abend zwei Demonstrationszüge durch die Magdeburger Innenstadt bewegten. Abgeschirmt durch Polizeikräfte, die mit einer Strategie der räumlichen Trennung für Deeskalation sorgten.

Text: Anna Gramm
Fotos: Wenzel Oschington

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